„Ich bin tapfer“

Das ist sie, ohne Frage… Was hat sie auch schon alles erlebt in ihren doch erst kurzen Hundeleben… Angefangen damit, dass ihre Canini nicht von alleine rausfallen wollten, also mussten sie in leichter Sedation damals rausgehebelt werden. Dann kam der Beinbruch am Karfreitag… (Seitdem verbinde ich Karfreitag immer mit einem komischen Gefühl…) Der Fixateur extern brach leider auch durch und ich hab das nicht gemerkt :(. Sie lief also ca 1 Woche mit einem gebrochenen Fix-ex rum. Erst beim Kontrollröntgen merkte man das… Dieses Kontroll-Röntgen war am 19.Mai. Das weiß ich so genau, weil das der Tag des errechneten Geburtstermin bei mir… Wir wurden also wieder an die Klinik überwiesen, die Stellas Fix-ex gemacht haben. Diese konnten Stella dann erst am nächsten Tag operieren und auf meine Ansage, dass heute der errechnete Geburtstermin für mein Kind wäre, gaben die mir Stella nicht über Nacht nach Hause. D.h. mein Fellbaby musste damals in der Klinik schlafen… Und wurde am nächsten Tag operiert. (Maja kam übrigens erst ganze 8 Tage später zur Welt.) Aber oke… Wir alle haben es überlebt. Auch wenn es SCHWER war, sehr schwer, den Stella musste nach der OP nochmal eine Nacht bleiben… Ich war mit Sicherheit genau die Patientenbesitzerin, die das Personal ziemlich nervt, weil ich echt oft in der Klinik angerufen haben…

Nun gut. Stella lief dann also mit einem fetten Gips und 3 Nägeln im Beinchen durch die Gegend… Bzw sie humpelte durch die Gegend… Die Nägel eiterten dann aber mit der Zeit aus der Haut raus… War ja quasi nichts vorhanden, keine Fett- oder Muskelschicht… Nach und nach kamen dann die Nägel in insg. 2 weiteren OPs wieder aus ihr raus und ENDLICH war alles überstanden. Es war scheiße, aber überstanden… Ihr Beinchen war dann schief und ich bin über die Orthesen gestolpert. Also bekam sie im Januar ihre erste Orthese. Wenn man von den Druckstellen absieht, die sich von Zeit zu Zeit gebildet haben, war diese Zeit aber bestimmt keine schlimme. Stella akzeptierte die Orthese ganz wunderbar und ihr Bein hatte Stabilität.

Ein knappes Jahr später trafen wir auf einer Hundeausstellung eine Züchterin, die uns einen „Windspiel-Experten“ empfahl und ich wollte die Möglichkeit nutzen, dass Stella wieder ein gerades Bein bekommt. Immerhin war der Knochen ja nicht gerade. Also hab ich sie wieder operieren lassen. Und es sah auch alles super aus, ihr Bein war wirklich gerade! Aber das kleine zarte Hundi vertrug die Platte nicht. Ihr Knochen bildete kein Knochengewebe (Kallus), der den Bruch wieder heilen ließ, im Gegenteil. Stellas Knochen begann, sich „aufzulösen“. D.h. die Möglichkeit, die Platte im Knochen zu lassen, war schon mal gestorben. Man kann die Platte aber auch nicht sofort komplett raus machen, schon gar nicht, weil der Bruch ja noch nicht verheilt war. Also wurden erstmal 4 Nägel entfernt. Ein paar Wochen später wurden dann die restlichen 2 Nägel und die Platte rausgemacht. Wenn man das so liest, denkt man sich vielleicht, WARUM hab ich ihr das alles angetan? Ja, warum? Es hätte auch alles super werden können… Hätte…

Wie viele Monate wir durch diese OP wieder verloren haben, ich weiß es nicht… Es ist auch nicht wichtig, denn es gäbe viel viel schlimmere Dinge, die uns passieren hätten können. Davon abgesehen kann natürlich kein TA der Welt etwas für meine hysterische Übervorsicht, die ich mit der Zeit entwickelt habe und mit der ich ziemlich sicher viel dazu beigetragen habe, dass Stella zeitweise ein ähnlich psychisches Wrack war, wie ich selber… In meiner „Überforderung“ hab ich oft geschimpft, wenn sie einfach nur übermütiger Hund war… Aus Angst ihr könnte was passieren…

Aber wie treue Leser wissen, hat es halt auch irgendwann hier klick gemacht und Stella durfte wirklich wieder Hund sein… Weil man das Schicksal sowieso nicht überlisten kann.

Ein kleiner Pechvogel ist Stella aber natürlich auch. Vor kurzen ist sie ausgerutscht und hat sich ihren Eckzahn abgebrochen. Als hätten wir Zahnbedingt nicht auch schon genug Sedationen hinter uns, mussten wir auch noch den Caninus abschleifen lassen… Es hätte aber auch ein Bein sein können, also sind wir froh, dass es nur der Zahn war *hust*

Zu dem Zeitpunkt, als das mit dem Zahn war, stand noch im Raum, Stellas Bein versteifen zu lassen. D.h. wieder mehrere OPs mit (für mich inzwischen) ungewissen Ausgang. Akzeptiert sie ein steifes Bein? Läuft alles gut? Klappt es überhaupt etc etc… Aber vielleicht war es ein Wink des Schicksals. Ihr Kontingent an Narkosen ist für mich erschöpft. ICH kann nicht mehr und der kleine Hundekörper kann irgendwann auch nicht mehr! Es stehen sowieso noch ein paar kleine Narkosen an, ihre Zähne sind – trotz penibler Zahnhygiene – nicht die allerbesten.

Wir sind am Limit, Stella ist 8 Jahre und ihre Lebensgeschichte ist beachtlich. Einmal muss sie noch tapfer sein, jetzt, um sich an die Orthese zu gewöhnen… Und wenn es nicht klappt, dann habe ich immer noch einen Puffer von geschätzten 1000€, welche mir wohl so eine Gelenkversteifung (Athrodese) kosten würde, die ich in Physiotherapie, Futterzusätze und andere Hilfreiche Dinge investieren kann. Und die alle tun nicht weh, die nehmen uns auch keine wertvolle Lebenszeit oder zwingen uns zur Ruhe… Die kosten keine Tränen und keine Nerven… Die kosten nur GEMEINSAME Zeit… Und das ist das aller wichtigste im Leben!

Denn die Zukunft können wir sowieso nicht vorhersehen. Vielleicht wird sie steinalt, mit oder ohne Arthrose… Vielleicht auch nicht und unsere Wege scheiden sich wegen etwas ganz anderem. Wer weiß das schon, wir leben heute…

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