(Un)Wahrheiten um das Windspiel

Man hört/liest/erfährt ja immer wieder die erstaunlichsten (oder auch nicht) Gerüchte/Erfahrungen (wie auch immer) über die Rasse Italienisches Windspiel.

Bei manchen davon stellen sich mir die Haare zu Berge… Bei anderen hingegen muss ich einfach nur schmunzeln oder kann bestätigend nicken…

Ich werde hier mal alle Fakten, die mir im laufe meiner Windspielhaltung zwischen die Ohren/Augen gekommen, festhalten und dazu meine eigenen, bescheidene, Einwindspiel-Erfahrene Meinung dazu kund tun.

 

Windspiele werden nicht stubenrein!

Zualler erst DAS Gerücht schlechthin. Diesem begegnet man wirklich ständig und überall. Zugegeben, es war alles andere als LEICHT, Stella stubenrein zu bekommen (aber das war es bei unserem ersten Afghanen auch nicht), dennoch ist Stella zu 99,9% stubenrein (das restliche 0,1% beschränkt sich auf Unfälle, z.b dass Stella mich nachts nicht wach „geohrschüttelt“ bekommt, passiert etwa 1x im Jahr). Die Ausrede, ein Windspiel hätte einen schnelleren Stoffwechsel und müsste daher öfter und wird somit nur schlecht stubenrein kann ich einfach nicht gelten lassen, wenn ich sehe, dass sie bei Regentagen mal locker 12 Std und MEHR einhalten kann.

Wie hab ich es also geschafft? Naja, es war sicher nicht besonders Windspiellike, und andere werden mich für meine Boshaftig- und Gefühlslosigkeit nun bestimmt hassen… Aber wenn den Madamchen im Winter oder bei Regen meinte, sie könnte ihr feines Näschen aus der Tür recken um dann nur angewidert zu guggen und ihr Geschäft daraufhin auf dem grünen Hochflourteppich zu erledigen, dann muss man zukünftig eben im Regen/Schnee stehen, bis einem a) Blase und sonstiges eingefroren ist oder b) man schnell Pipi und Kaki macht um sich dann wieder vorm Kamin einrollen zu können… 2-3x stur sein und e voilá hat man ein sauberes Windspiel. Zumindest in meinem Fall 😉 So zeigt sich dann eben, wer den längeren Atem hat. Und in Sachen Stubenreinheit, da möchte den definitiv ICH haben.

Wo wir gleich zu Gerücht/Empfehlung 2 kämen.

Windspiele können aufs Katzenklo!

Um Himmels willen, da sträuben sich mir wirklich die Haare. Nein, NEIN,  N E I N. Ich finde KEIN Hund sollte, wenn nicht aus gesundheitlichen Gründen, ein Katzenklo benutzen müssen. Nicht mal meine Katzen benutzen ein Katzenklo freiwillig sondern entledigen sich in der freien Natur. Und aus Bequemlichkeit schon doppelt und dreifach nicht. Es käme doch auch keiner auf die Idee, einen Greyhound auf eine 2x2m große Sandkiste im Flur zu schicken um ihn da mal pinkeln zu lassen, nur weil man gerne ausschlafen würde. Und einerseits möchte man als Windspielhalter genauso als Hundehalter respektiert werden, aber andereseits schickt man sie aufs Katzenklo, das ist doch kontrovers.

Windspiele brechen sich oft die Beine!

Ja, hier kann ich erfahrungsgemäß mal nicken. MIR passiert sowas nicht, ja davon war ich felsenfest überzeugt. Beim Einzug wurde das ganze Haus Windspielsicher gemacht. Ausgesehen hat es wie klein Alcatraz. Und? Passiert ist nix, GAR NIX. Und dann ist der Hund schon 1,5 Jahre und schwupp, passiert es doch. MIR, wo ich mir doch soooo sicher war. Im laufe dieser (auf diesem Blog eindrücklich nachzulesenden) Krankengeschichte, habe ich viele viele Leidensgenossen kennengelernt, erschreckend viele wie ich zugeben muss. Diese Tatsache ist wahrlich ein Grund, welcher mich momentan (und vielleicht für immer) von einem weiteren Windspiel abhält. Aber wir werden sehen 😉

Windspiele sind Größenwahnsinnig!

Oh ja, und wie ;). Also dass sie nur ca 5kg wiegen, ist den meisten wirklich nicht bewusst. Sowohl in ihrem Fressverhalten, noch in Sachen Spielzeugwahl oder gar bei Artgenossen. Aufgrund Stellas allerdings etwas zurückhaltenderen Gemütes habe ich damit zum Glück weniger Erfahrungsschatz. Ich bin mir allerdings sicher, ein aufgeschlosseneres Windspiel nimmt es mit jedem Labrador, Dobermann oder Ridgeback auf. Im Herzen sind sie Helden. Gelegentlich sollte man sie allerdings vor sich selbst schützen. Nicht jeder (wenn auch viele) Großhunde sind im Herzen kleine Chihuahuas 😉 Unsere Afghanen allerdings hat Stella einwandfrei im Griff, ja die tanzen definitiv nach Windspiels Pfeife. Wobei ich mir ja manchmal nicht ganz sicher bin, ob die es nicht nur Stella zu liebe so tun……..

Windspiele kann man nicht/schwer erziehen!

Oh hier hab ich ja auch schon die LUSTIGSTEN Sachen gehört. Windspiele, die über Tisch und Bänke gehen, Töpfe leer fressen etc weil, die kann man nicht erziehen, die sind so… Oweiha… Ich möchte nun gar nicht festhalten, was es hier für ein Donnerwetter gäbe wenn Stella denn mal überhaupt auf die Idee käme, auf den Tisch zu hüpfen… (ja ich bin so ein gräßliches Hundefrauchen). Ich will hier ja nicht prahlen, aber ich bin schon auf Toilette gegangen und hab das Abendbrot auf der Couch liegen gehabt. Zurück war Hund und Brot (mit lecker Wurst) noch an Ort und Stelle, wo ich sie (beide bewusst) abgelegt habe. Zugegeben, würde ich kommentarlos gehen, täte sich auch eine Stella diese Gelegenheit nicht nehmen lassen. Aber das ist legitim. Immerhin ist sie nach wie vor ein Hund 😉 Die BGH-Prüfung haben wir beide mit voller Punktzahl abgeschlossen und man staune, darunter fällt auch ABLAGE. Ja, mein Windspiel kann sich auf Befehl ablegen und dass sogar auf NASSEM oder gar steinigem Untergrund (sogar mit Kopfablage) Warum sie dass den müsse, wurde ich schon hier und da gefragt. Naja… so blöd sich das anhört, aber weil ICH das möchte… Sie muss da ja keine 2 Std liegen, mir reichen 10sek. Es geht darum, dass sie es tut. Und letztenendlich stärkt es auch ihr Selbstbewusstsein. Immerhin gibts nach sowas fette Party und Würstchenregen. Und wisst ihr was… Meistens hab ich eh ne Decke dabei ;P

„Jagen die auch so wie die „Großen“?“

Auch so ein lustiger Satz, welcher immer von Nicht-(Wind)Hundhalter kommt. Warum diese Hunde so dermaßen auf ihre Größe beschränkt werden…? Natürlich kläre ich gerne auf, dass die Kleinen den Großen in wirklich nix nachstehen und wer schon mal Windspiele hat coursen oder auf der Bahn gesehen hat, der weiß, dass die Kleinen teils eifriger (v.a. aber lauter) bei der Sache sind als andere… Alternativ fällt aber auch folgender Satz:

„So ein kleiner Hund muss eh nicht viel raus?!“

Nööööööööööööööööööööö gar nicht… Der geht ja auch aufs Katzenklo *michschüttelts* WAS denken die Leute den eigentlich? Danke Paris Hilton und Co… Wenn sich mein Windspiel nicht gerade das Bein gebrochen hat, dann läuft die locker 4-5 Std (ohne Leine laufen die ja teilweise das doppelte der Wegstrecke, oder mehr) bergauf und -ab und könnten danach noch locker 20min Ball spielen. Aber nööööö, die müssen ned viel raus *augenverdreh*. Hier muss ich sicher nicht mehr erläutern, Windspielhalter wissen da schon Bescheid.

Windspiele schlafen immer im Bett!

Ja… Was soll ich dazu sagen… v.a. als Einzelhundhalter. Mal abgesehen davon, dass ich ohne Windspiel(Wärmflasche) im Bett eh nicht schlafen kann, WENN es jemand geschafft hat, ein Windspiel ausm Bett zu verbannen, dann her mit der Geschichte. Das muss entweder mega Glück gewesen sein oder eine abenteuerliche Geschichte *lach*. Wir waren jedenfalls schon mal so weit, dass Stella im Körbchen lag, bis Herrchen augenscheinlich eingeschlafen war. Spätestens dann kroch sie unverschämt und auf allerleisesten Windspielpfoten unter meine Decke. Und wer kann DA noch konsequent bleiben. Ich kann es in DIESEM Fall nicht. Ich lieb mein Windspiel an mir gepappt.

Ein Windspiel ist kein Windspiel!

Das mag schon sein. Und ich schaue immer fasziniert auf ganze kleine Rudel Windspiele. Wobei… Irgendwann sollte zwar auch Schluss sein, spät. wenn man eine zweistellige Anzahl an Hunden erreicht hat, aber das ist MEINE EIGENE BESCHEIDENE Meinung. Dernach sollte man auch immer nur so viele Hunde halten, wie man Hände hat (HÄNDE, nicht FINGER) oder aber wenigstens so viele, wie man Zeit hat um sich auch JEDEN seiner Hunde wenigstens 1x am Tag intensiv zu widmen (wer das bei 20 Hunden, Haushalt, Lebenspartner (Kinder), Beruf?, Schlafbedürfniss?… schafft… Hut ab… Ich würde es weder schaffen, noch wollen. Dafür ist mir die Zeit, die Beschäftigung mit meinem einem Windspiel viel zu wichtig. Klar, ein zweites ginge ebenfalls problemlos… Will ich aber nicht. Und Stella? Ich glaub sie auch nicht. Sie hat täglich ihre Hundekumpels um sich, aber Mama teilen??? Hmmmmm… Sie hats nicht so mit teilen…

Windspiele hassen Wasser!

Von OBEN!!!! Definitiv von oben… Aber Wasser zum plantschen. Nö… Windspiele mögen Wasser gerne. Es muss halt nur warm genug sein! Da liegt halt das Problem. Wann ist es einem Windspiel warm genug, um gerne ins Wasser zu gehen? Bei Stella fängt das ungefähr bei 30°C an. Ab da geht sie gerne plantschen… Wenns noch heißer wird, geht sie auch gerne schwimmen. Nur, wenns kühler ist… Naja, wir gehen auch ned bei 15°C gerne ins Wasser… Zumindest die meisten von uns… Also, als Wasserscheu würde ich sie sicher nicht bezeichnen, nur etwas verfroren…

 

Diese Rubrik könnte ständig erweitert werden. Zu finden deshalb in der Kategorie Fakten.

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6 Antworten zu “(Un)Wahrheiten um das Windspiel

  1. Cool geschrieben … durch diesen Text kommt man nicht ohne zu lachen. Ich hab zwar kein Windspiel sondern einen kleinen Podenco … und trotzdem kam mir einiges bekannt vor 🙂

  2. Toll… ich habe auch so einen kleinen Racker. Unsere Capri erkenne ich eins zu eins in den Erzählungen wieder. Super geschrieben und auf den Punkt zutreffend. 🙂
    Bin erst jetzt auf diesen Blog gestoßen, warum eigentlich? Wie ich gerade sehe ist der Beitarg von 2013… Ich hoffe Stella und ihrem Frauchen geht es gut. Grüße und sonnige Pfingsten von Nadine und Capri.

    • Hallo ihr 2, schön dass ihr zu uns gefunden habt 😀
      Uns geht es gut, danke…
      Viel Spaß weiterhin bei uns 😀

      Lg und ein bussi an die kleine Capri,
      Micha und Stella

  3. Hallo Ihr Lieben, echt verblüffend welche Ähnlichkeit bei uns besteht. Haben neben Capri noch einen Coonie Kater namens Elvis. Er ist von der Farbe Red Tabby Classic und eine Devon Rex namens Lillifee… Würde ja gerne ein paar Bilder schicke, aber ich hab keinen Schimmer wie das geht.

    Pfingsten war bei uns sehr gechillt… Haben die Sonne genossen, waren rennen und toben und hatten sehr viel Spaß.

    Heute morgen ist Capri wieder in die Hundekita gegangen. Da freut sie sich immer total und rennt voller Freude ihrem Betreuer entgegen…

    Wenn Du mir einen Tip geben kannst wie ich Bilder dranhängen kann, dann schicke ich mal ein paar Schnappschüsse…

    Eine schöne Zeit wünschen Nadine und Capri

  4. Köstliche Beschreibung! Vielen Dank!

    Trifft zu großen Teilen auf unseren PLI namens Zelda „Zezzi“ zu.
    Bei der Reinlichkeit können Sie sich wirklich glücklich schätzen. Da schließe ich mich doch eher der allgemeinen Meinung an. Das ist bei unserer PLI Dame wirklich ein Problem und wir haben das „verminen“ (Tretminen) des Hauses auch nach 1,5 Jahren noch nicht in den Griff bekommen. Ach, aber einem PLI verzeiht man doch alles!
    Im Grunde sind doch alle PLI sehr „royal“ und „posh“ und definitiv sehr anspruchsvoll. Instinktiv wird sich der PLI immer auf das schönste Kissen der Couch setzen und sicherlich nicht irgendwo auf den Boden! Das wäre nun absolut nicht standesgemäß. :-)) Geschlafen wird … wo denn sonst … im Bett! Das ist doch klar!
    PLI’s / Iggies sind wunderschöne Tiere mit einem ruhigen und lieben Charakter.
    Wir möchten unsere PLI Dame nicht mehr missen.

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